Chronik der Firma Stauden-Siebler

1956 arbeiteten Ruth und Wilfried Siebler in der Staudengärtnerei Beye in Kaltenweide bei Hannover. Herr Siebler war in diesem Betrieb, der von Herrn Peltzer gepachtet wurde, seit einigen Jahren Betriebsleiter. Da die Pacht Ende des Jahres auslief und Herr Peltzer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weitermachen konnte, hatten sich Wilfried und Ruth entschlossen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu vollziehen. Schnell wurde das Gelände einer ehemaligen Baumschule in Schwarmstedt zur Pacht gefunden. Man hatte Herrn Peltzer den Pflanzenbestand abgekauft und konnte auch einige Kunden übernehmen.

So startete man im Januar 1957mit viel Phantasie und Tatkraft in die Selbstständigkeit und konnte schon bald das Pachtland in 2 ha Eigenland umwandeln. Zum Versand wurden die Pflanzen mit der Schubkarre zum Bahnhof gebracht. Ein Fahrzeug stand nur zur Verfügung, wenn die Eltern aus der Pfalz mit dem VW Käfer kamen.
Das Bild zeigt den Betrieb 1958. Neben Baumschulen, Kommunen und Landschaftsgärtnern kamen auch Einzelhandelsgärtnereien als Kunden dazu. Schon damals machte man sich Gedanken um die Preisauszeichnung. So wurden die Pflanzen in farbiges Alu-Papier eingewickelt und der Kunde konnte anhand der Papierfarbe den Preis feststellen.

Die Gärtnerei wuchs in allen Belangen. So wurde die Produktion auf 5 ha Eigenland vergrößert, Mitarbeiter eingestellt und auch viel Energie in die Ausbildung gesteckt. In einem Jahr hatte man 17 Azubis und dank betriebsinternen Unterricht haben in den ganzen Jahren bis heute alle Ihre Prüfung bestanden. Nebenbei kamen auch die 4 Kinder Traudel, Karin, Renate und Wolfgang zur Welt. Der Bereich Endverkaufsgärtnerei wurde immer wichtiger und so entwickelte Herr Siebler zusammen mit der Fa. Fehling die ersten Staudenbuntbilder in Deutschland.

(Bild rechts: Ruth und Wilfried Siebler 1978)

Durch Herrn Sieblers ausgeprägten Sinn für Betriebswirtschaft und den guten Qualitäten ist man zu den führenden Staudenbetrieben aufgestiegen und vertrieb die Stauden bundesweit und auch nach Skandinavien. Das Qualitätszeichen Stauden, welches durch den ZVG für jeweils 3 Jahre verliehen wird, durfte man über den ganzen Zeitraum bis heute führen. Bei Teilnahmen an nationalen und internationalen Ausstellungen und Wettbewerben wurde die Fa. Stauden-Siebler vielfach ausgezeichnet, so auch für die Teilnahmen an der IGA Rostock 2003 (Bild: Präsident Behre mit Wolfgang Siebler) und BUGA Gera 2007.

Nach dem Tod von Wilfried Siebler 1984 hatte Ruth Siebler die alleinige Verantwortung für den Betrieb. Sie sorgte mit unermüdlichen Einsatz dafür , dass ihr Sohn Wolfgang (Gärtnermeister) 1999 den Betrieb übernehmen konnte. Selbst heutzutage ist Frau Siebler immer noch im Betrieb aktiv. Im Jahr 2000 schloss man sich dem neu gegründeten Stauden Forum, einen Werbe– und Marketingverbund, an und stärkte somit seine Position im Bereich Endverkaufsgärtnereien. Die Fa. Stauden-Siebler produziert zur Zeit jährlich bis zu 1,2 Millionen Stauden, bei über 1200 Sorten und beschäftigt 18 Mitarbeiter, hauptsächlich Fachpersonal. Hauptabsatzwege sind weiterhin Gartencenter, Baumschulen der GaLaBau.



Für die Nachfolge haben Wolfgang und seine Frau Katja mit ihren beiden Kindern Mika und Jule bereits einen Grundstein gelegt, sodass man zuversichtlich auf die nächsten 50 Jahre schaut.